Die Post in Höfingen

Unser Postort war bis zum Jahre 1934 Fischbeck, und von Fischbeck aus brachte täglich ein „Briefträger“ die Postsendung nach Höfingen, Pötzen und Haddessen, anfangs zu Fuß, und später benutzte er ein Fahrrad. Pakete zum Versand waren nach der Postagentur in Fischbeck zu bringen, und ankommende Pakete musste man dort abholen. Fritz Boose erinnerte sich noch, dass bei ihnen Briefmarken verkauft und Gelder zum Versand auf Zahlkarten und Postanweisungen angenommen und vom Briefträger abgeholt wurden. Zu der Zeit waren auf den Dorfern an den Wohnhäusern, an der Eingangstür oder in der Nähe noch kein Briefkasten für den Briefträger angebracht, wie das heute der Fall ist. Verschlossene Türen gab es damals tagsüber nur in Ausnahmefällen, bei Abwesenheit aller Familienangehörigen. Dann schob der Briefbote die Post unter die Tür durch. Sonst war es üblich, dass er in die Wohnung kam und die Post persönlich dem Empfänger aushändigte. Dabei war oft auch noch Zeit für ein kurzes Gespräch über persönliche Angelegenheiten und allgemein interessierende Neuigkeiten.

Nach 1934 wurden in allen Dörfern Poststellen eingerichtet und von einem Einwohner verwaltet. In Höfingen war die Poststelle von 1934 bis 1941 im Hause Nr. 14: Posthalter und Zusteller war Fritz Boose, - und von 1941 bis 1946 befand sie sich im Hause Nr. 15: Posthalter Ferdinand Sempf, Zustellerin Frieda Sempf. Von 1946 bis 1951 gab es keine Poststelle im Dorfe. Die Postsendungen wurden in dieser Zeit durch einen Beamten der Postagentur Fischbeck ausgetragen. Von 1951 bis 1962 war die Post im Hause Nr. 45: Posthalter Heinrich Gerberding, Zustellerin Minna Gerberding, danach im Hause Nr. 10: Posthalterin Erna Renzel, Stellvertetende Posthalterin und Zustellerin Inge Marzian. Frau Erna Renzel schied zum 1. Juni 1985 als Rentnerin aus dem Postdienst. Neuer Posthalter wurde ihr Ehemann Walter Renzel, der bislang die Vertretung wahrgenommen hatte. Dadurch wurde gewährleistet, dass die Poststelle am bisherigen Ort blieb und die Schalterstunden sich nicht veränderten. So konnten die Postkunden in Höfingen weiterhin ihre Postgeschäfte in geordneter Weise erledigen. 1991 wurde die Poststelle in Höfingen geschlossen.

Anfangs wurden die Postgüter von Fischbeck (von einem Privatunternehmer) und später von Hessisch Oldendorf zu den Poststellen gebracht. Um 1955 wandte sich die Post auf den kurzen Strecken wieder von der Eisenbahn ab, und die ländlichen Postämter und Poststellen wurden durch Kraftwagen bedient. 1979 ist wieder eine Änderung in der Zustellung eingetreten. So wird nun die Post durch Bedienstete des Amtes Hessisch Oldendorf von dort zu den Empfängern gebracht.

Nach dem ersten Weltkriege begann die Post mit der Inbetriebnahme von Kraftpostlinien für den Reiseverkehr. Bei uns wurden die Strecken Hameln – Pötzen – Höfingen – Hessisch Oldendorf am 16. April 1926 eröffnet. An diesem Tage war der Bus mit einem Buchsbaumkranz geschmückt.

Die erste (öffentliche) Fernsprechstelle wurde 1912 im Hause Nr. 14 (Wilhelm Boose) eingerichtet. Jeder Teilnehmer hatte einen besonderen Ruf, bestehend aus langen und kurzen Klingelzeichen (Morsezeichen). Die Teilnehmer in anderen Orten an der gleichen Leitung (Haddessen, Pötzen und Bensen) konnten die Gespräche mithören. Es gab in Höfingen 1920 zwei, 1940 fünf, 1980 98 und 1985 128 Fernsprechteilnehmer. Quelle: Dorfchronik Höfingen