Jagdgenossenschaft Höfingen
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Lauseckers Pfahl --- Bäckers Pfahl

Höfingen, im Mai 2007
Im Rahmen einer Wegeaussschussbegehung wurden die beiden restaurierten Pfähle am Kleinen Finnenberg (wieder) eingeweiht. Da der "Zahn der Zeit" an ihnen nagte, wurden sie 2006 vom "Bankbeauftragten" Horst Boose eingesammelt, gesäubert und gestrichen. Hans Werner Büthe (Firma Dohme) hat ihnen ordentliche Metallschuhe gemacht. j.s.


Zur Geschichte von Lauseckers Pfahl
Weil der Verlauf der Jagdgrenze in der Grund (unterhalb der Rodelbahn) nur sehr schwer zu erkennen ist - zumal dort in dem kleinen Bach eine Suhle für Wildschweine ist - meinte Heinrich Severith, dort müsse der Grenzverlauf mittels eines Pfahls markiert werden. 1996 wurde der Pfahl dann in ein Mörtelbett gesetzt. Auf der Vorderseite steht der Buchstabe B für den Vornamen des Jagdpächters Bernhard Lausecker.

Bei der Grenzbegehung 2001 wurde dem Pächter des Nachbarreviers folgendes vorgelesen:
Siehst du das große H ist alles im grünen Bereich, erblickst du aber das große B, hast du dich verlaufen, und du solltest schleunigst wieder in dein Revier gehen, sonst könnte Schlimmes noch geschehen.

Weil die beiden Jäger die Grenze nun kennen, bekam der Pfahl jetzt einen neuen Standort - unter der Eiche am Rand des Kleinen Finnenbergs.

Zur Geschichte von Bäckers Pfahl
Heinrich Wilkening war sehr beliebt. Das lag an verschiedenen Dingen: Als seine dritte Periode zu Ende ging, habe ich dem Vorstand vorgeschlagen H.W. ein bleibendes Andenken zu setzen, in Form eines Pfahles an exponierter Stelle. Meinem Vorschlag wurde zugestimmt und Heinrich Severith (als Sägemüller hatte er Holz und Werkzeug) machte sich an die Arbeit. h.b.

Bäckers Pfahl - Grenzbezieher ehrten Heinrich Wilkening

Höfinger überreichten auch Urkunde an ihren langjährigen Jagdpächter
Nach Scharmützel mit Hochprozentigem Frieden besiegelt

HB HÖFINGEN Ihre besondere Wertschätzung bezeugten die Jagdgenossen aus dem Sünteldorf ihrem langjährigen Jagdpächter Heinrich Wilkening. Dem Bäckermeister im Ruhestand widmeten die Jagdgenossen einen eichenen Grenzpfahl.

In den Jahre 1958 bis 1985 hatte der Pötzer Bäckermeister die Feldjagd im Nachbardorf Höfingen gepachtet. "In den 27 Jahren hat er sich als Waldmann in unserem Jagdrevier große Beliebtheit und Anerkennung erworben";heißt es in der Urkunde, die Jagdvorsteher Friedrich-Wilhel Bartling an den sichtlich gerührten Heinrich Wilkening überreichte. Bartling, seine Vorstandskollegen Horst Boose und Heinrich Sempf sowie Steinmeister Heinrich Severith machten bei der Übergabezeremonie am Rande des Kleinen Finnenbergs deutlich, daß des "Bäckers Pfahl" die Verbundenheit mit einem Jäger und Jagdpächter zum Ausdruck bringen soll, der sich in erster Linie als Heger des Wildes verstanden habe.

Bei strahlendem Herbstwetter inspizierten die Höfinger am Wochenende ihre südliche und östliche Grenze. Mit von der Partie waren der stellvertretende Ortsbürgermeister der Ortschaft Süntel, Wilhelm Lindenberg und Werner Grupe, stellvertretendes Ortsoberhaupt aus Fischbeck. Vom Treffpunkt auf dem Hof des Jagdvorstehers Bartling ging es zum Kleinen Finnenberg. Vorbei an Booses Tannen zur Grund am Waldrand.

Nach einem kräftigen Imbiß unter freiem Himmel marschierten die Grenzbezieher auf die Pötzer Grenze zu. Hier stellten sich ihnen die Jagdpächter Heinrich Wilkening und Karl Wellhausen entgegen.

Es kam zu einem kurzen, heftigen Scharmützel. Die Höfinger mit ihrem Jagdpächter Günter Görling und seinem Jagdfreund Klaus Meier an der Spitze setzten sich mit Erfolg zur Wehr, so daß Hermann Fricke mit dem Hornsignal "Hahn in Ruh" schon bald den Waffenstillstand verkünden konnte. Der Friedensschluß wurde, wie könnte es anders sein, mit Hochprozentigem besiegelt. Die Angreifer aus Pötzen und Süntels Ortsbürgermeister Heinz Beißner hatten den Friedenstrunk mitgebracht.

Von der Pötzener Grenze zogen die Höfinger weiter in Richtung ihres Heimatdorfes, das sie mit Einbruch der Dunkelheit erreichten. Es war "ein unvergeßlich schöner Tag", wie ein Grenzbezieher abends beim Mollenessen im Gasthaus Spilker betonte. Mit einem gemütlichen Beisammensein klang hier die Grenzbeziehung aus.
DEWEZET 1992