(Ausschnitte aus der 'Chronik des Sünteldorfes Höfingen' von 1987)

Theatergruppe

Im Jahre 1920 fanden sich Jugendliche unseres Dorfes zu einer Theatergruppe zusammen und förderten (später auch mit Mitgliedern des Männerturnvereins) über Jahre hinaus das kulturelle Leben in der dörflichen Gemeinschaft durch Theateraufführungen, durch volkstümliche Veranstaltungen und Tanzabende. Sie trugen auch zur Unterhaltung und zur Pflege der Kameradschaft und Geselligkeit bei.

Sportverein Hertha

Im gleichen Jahr (1920) gründeten junge Männer des Dorfes den 'Sportverein Hertha', dessen Hauptanliegen das Fußballspiel war. Als Spielplatz stand die große Stiftswiese unterhalb der 'Drift' zur Verfügung. Älteren Dorfbewohnern sind noch mehrere Pokal-Spiele daheim und außerhalb mit anschließenden Dorffesten in Erinnerung. Nach einigen Jahren ließ jedoch das Interesse nach. Es fehlte an Spielern.


Quelle: Dorfchronik Höfingen


Es dürfte sehr unwahrscheinlich sein, dass nach fast 100 Jahren jemand Material zu diesem Thema hat. Der Sportplatz dürfte sich aber ungefähr an der markierten Stelle befunden haben.

Kriegerverein Süntel

Nach der Reichsgründung am 18.Januar 1871 durch Bismarck kam es in den Städten und Dörfern zu einer wahren "Kriegervereinsbewegung". - 1885 gründeten ehemalige Soldaten in den Sünteldörfern Bensen, Haddessen, Pötzen und Höfingen den "Kriegerverein Süntel". Aus Erinnerungen der älteren Einwohner in den Sünteldörfern konnten wir nur Namen der langjährigen Vorsitzenden und einiger Vorstandsmitglieder erfahren. Vorsitzende: Revierförster Robert Neckritz, Bensen, Heinrich Lange, Haddessen Nr.1, Heinrich Buddensiek, Pötzen Nr.42, Lehrer Hermann Peter, Pötzen, Karl Henze, Pötzen, Friedrich Krückeberg, Höfingen; Schriftführer: Lehrer Adolf Andermann, Haddessen, Ferdinand Dohme, Höfingen Nr.1; Kassenführer: August Schulte, Höfingen Nr.21.
Im März 1897 war Bensen aus dem "Kriegerverein Süntel" ausgeschieden und bildete einen eigenen Verein, "Kriegerverein Bensen", im Kyffhäuserbund. Durch Zufall entdeckten die Nachkommen von August Schulte auf Nr.21 (Familie Eikermann) unter Akten und alten Urkunden aufschlußreiche Schreiben zur Ehrung von August Schulte für seine 25-jährige und 35-jährige verdienstvolle Tätigkeit als Kassenführer des "Kriegervereins Süntel". - Es handelte sich einmal um ein Glückwunschschreiben des Vorstands des Preußischen Landeskriegerverbandes mit der Überreichung des Bildes "des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser" unter dem 22.Dezember 1921 mit der eigenhändigen Unterschrieft: von Heeringen, Generaloberst, Präsident -, und um ein Begleitschreiben des Vorsitzenden des Kreis-Kriegerverbandes der Grafschaft Schaumburg -, J.Rohde, Rinteln, vom 26.Januar 1922 - mit herzlichen Glückwünschen und wärmstem Dank für ihre dem 'Kriegerverein-Süntel', wie dem Verband, gewidmete erfolgreiche Tätigkeit". Der zweite Anlaß war die Ernennung zum Ehrenmitglied nach 46-jähriger Mitgliedschaft (seit Gründung des Vereins im Jahre 1885) und 35-jähriger Tätigkeit als Kassenführer des "Kriegervereins Süntel" am Tage seiner "Goldenen Hochzeit", am 27.November 1931. Die Urkunde der Ernennung hat ein Format 46 x 60 cm und erhält ihren besonderen Ausdruck durch Symbole der Zeit. Unterzeichnet ist die Urkunde durch die derzeitigen Mitglieder des Vorstands: Hermann Peter, 1. Vorsitzender, Friedrich Krückeberg, 2. Vorsitzender, Adolf Andermann, 1. Schriftführer und Ferdinand Dohme, 2. Schriftführer.
Mit dem Verbot aller Soldatenverbände im Jahre 1945 durch die Besatzungsmacht endete der "Kriegerverein Süntel", der um 1937, wie alle Soldatenverbände, in den NS-Reichskriegerbund-Kyffhäuser eingegliedert worden war. Heute bestehen neben dem Kyffhäuserbund und dem Verband Deutscher Soldaten (VDS) noch der Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißten, der Deutsche Bundeswehrverband u.a. In Höfingen besteht kein Soldatenverband mehr.

Männergesangverein Frohsinn

Um 1904/05 kamen sangesfreudige Männer beim Gastwirt Friedrich Dohme zusammen, um einen Männergesangverein zu gründen. Hauptinitiator war wohl Heinrich Schaper, Nr.3. Man wurde sich schnell einig und gab dem neuen Verein den sinnvollen Namen "Männergesangverein Frohsinn Höfingen". In den Nachbardörfern bestanden schon länger Männergesangvereine, so in Fischbeck seit 1876. Musiker Wilhelm Bußmeier sen. übernahm das Amt des Dirigenten. Als Vorsitzende sind noch in Erinnerung Heinrich Beißner, Haegersmühle Nr.8, und Christoph Requardt, Nr.23, die Kasse führte Fritz Lange, Nr.13. Ein besonderer Übungsraum stand nicht zur Verfügung. So versammelten sich die Sangesfreunde an den Übungsabenden in der Gaststube beim Wirt Friedrich Dohme. Während des ersten Weltkrieges trat die Chorarbeit zurück, um nach dem Kriege wieder verstärkt aufgenommen zu werden. Leider fand sich nach Wilhelm Bußmeier kein Nachfolger, als er nicht mehr in der Lage war, den Chor zu dirigieren. So ist nur den älteren Einwohnern noch in Erinnerung, daß Höfingen über Jahrzehnte einen "Männergesangverein Frohsinn" besaß.

Gemischte Chöre

Neue Hoffnung blühte auf, als Lehrer Friedrich Steinbrink 1949 an die Volksschule in Höfingen versetzt wurde. Er kam von Apelern und hatte dort einen Männergesangverein und Posaunenchor geleitet. Schon 1952 rief er in Höfingen einen "Gemischten Chor" ins Leben, den er auch noch weiter leitete, als er 1956 in Hessisch Oldendorf seinen Dienst antrat. Dem Vorstand gehörten an: Richard Borreck, 1. Vorsitzender, Anton Kretschmer, Schriftführer, Franz Kandora, Kassierer. Leider verstarb Friedrich Steinbrink am 5.August 1958 im Alter von 38 Jahren (geb. am 17.1.1920 in Westerholt bei Gelsenkirchen). Ein Nachfolger fand sich bedauerlicherweise nicht.
Ganz sollte aber der Chorgesang für Höfingen nicht verstummen. Im Nachbardorf Haddessen bestand seit Anfang des Jahrhunderts ein Männergesangverein, der nach dem zweiten Weltkriege als "Gemischter Chor Haddessen" weitergeführt wurde. Chorleiter war Julius Schulte, Haddessen geb. 18.6.1896, verst.14.8.1974, der sich große Verdienste um den Chorgesang im Heimatraum erworben hat. Kurz vor seinem Tode nahm er seinem Berufskollegen Erich Nepomnasche, geb. am 1.9.1924 in Zersen, Höfinger Bürger seit 1950, das Versprechen ab, den Gemischten Chor Haddessen nach seinem Tode weiterzuleiten und sich für das weitere Bestehen des Vereins einzusetzen. So wurde die Sorge von Julius Schulte um seinen Chor zum Vermächtnis für den Gemischten Chor Haddessen und den jetztigen Chorleiter Erich Nepomnasche. Damit erklärt sich, daß z.Zt. sechs Höfinger Damen und ein Herr im "Gemischten Chor Haddessen" singen und ihm angehören. Der Chor singt daher auch in Höfingen bei offiziellen Feiern, wie am Volkstrauertag, bei Jubiläumsfeiern und Familienfeiern, wenn es gewünscht wird, so z.B. auf der Feier zum 80. Geburtstag unseres Chronisten Heinrich Roßkamp am 6. Nov. 1983.

Männerturnverein Höfingen

Mit viel Schwung und hochgesteckten Zielen fand am 28. August 1924 die Gründungsversammlung des Männerturnvereins (DT) in der Gastwirtschaft Boose statt. Dem Vorstand gehörten folgende Kameraden an: Der Verein besaß außer leichten Geräten einen Barren und ein Reck, geturnt wurde im Saal bei Wilhelm Boose. Zu einem schönen Dorffeste gestaltete sich am Sonntag und Montag, dem 22. und 23. Mai 1926, das 1. Stiftungsfest des Männerturnvereins Höfingen. Die wenig günstige Witterung vermochte die Feststimmung nicht zu trüben. Auch hinderte sie die geladenen auswärtigen Vereine nicht an ihrer Teilnahme. Nach dem Empfang der Vereine, 14 an der Zahl, traten um 14.30 Uhr alle zum Festmarsch durch den mit Ehrenpforten und Girlanden prächtig geschmückten Ort an. Auf dem Turnplatz hielt der 1. Vorsitzende des festgebenden Vereins, Herr Hofbesitzer Ferdinand Dohme, die Festrede. Im Verlauf des abwechselungsreichen Programms wurden von den Turnern die Stader Freiübungen und exakte Übungen an den Geräten gezeigt, die großen Beifall fanden. ...

Weitere Protokolle berichten noch über eine rege Vereinstätigkeit in den folgenden Jahren. Das letzte Protokoll trägt das Datum vom 25.5.1932

Der Höfinger Schützen-Club

An einem Sonntag im Juli 1952 saßen vier junge Bürger unseres Dorfes am Biertische bei Boose und führten angeregte Gespräche über Möglichkeiten der Belebung des geselligen Lebens durch volkstümliche Vereinsgründungen. So fiel auch der Vorschlag der Gründung eines Jung-Clubs. Man einigte sich auf den 15. Juli 1952 als Gründungstag. Die vier Gründer waren Horst Boose, Josef Langer, Horst Wahl und Waldemar Winkler. Die Vorstandswahl zeigte folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Horst Boose, Kassenführer: Horst Wahl, Schützenwart: Franz Mädke, Schriftführer: Helmut Bossog. Geschossen wurde auf dem Saal bei Horst Boose mit Luftbüchsen. Die Gemeinde stellte in den Wolfssieken Gelände zum Bau eines Schießstandes zur Verfügung. Am 1. März 1953 wurde der erste Spatenstich ausgeführt. Leider ging die Zahl der aktiven Mitglieder 1954 durch Ortswechsel zurück, und die Lust am Schießsport im eigenen Verein erlosch mehr und mehr; denn der 1953 wieder erstandene 'Schützenverein Fischbeck' bot mit seiner hohen Mitgliederzahl und einem modernen Schützenhaus mehr Anreize und Abwechslungen im Schießsport sowie für das gesellige Leben im Verein. Mitte 1954 traten viele Mitglieder zum 'Schützenverein Fischbeck' über, und damit hörte das Bestehen des Vereins auf.

Nach dem Schießen wurde dieses Lied gesungen:
In Booses Kneipe, bei Bier und Pfeife da saßen wir beisammen,
ein kühler Tropfen aus gutem Hopfen uns durch die Kehle rann.
Ja wenn die Burschen singen und die Gläser klingen die gefüllt mit gutem Wein.
Was kanns im Leben Schöneres geben drum lasst uns froh und lustig sein!!!